Entzugstherapie / Substitution

Für eine Aufnahme in eine Entzugstherapie oder Substitution muss der Patient über 16 Jahre alt sein (oder mit einem Erziehungsberechtigten kommen, der in den Entzug einwilligt), den Willen zum Entzug äußern und Motivation zeigen, eine Therapie zu machen.

Was ist Enzugstherapie?

Phase 1: Körperlicher Entzug
Zu Beginn erfolgt eine gründliche Anamnese in Form eines umfassenden Gesprächs. Während der Entzugstherapie wird ein rein somatischer (körperlicher) Entzug durchgeführt. Dazu wird dem Patienten ein Mittel zugeführt (meist retardiertes Morphin, aber je nach Art der Abhängigkeit auch Benzodiazepine oder Neuroleptika) und stufenweise reduziert. Zusätzlich können zur Stimmungsstabilisierung Antidepressiva oder Antiepileptika verabreicht werden. Ist die Dosis auf Null gesetzt, wird der Patient ein paar Tage beobachtet, wie er ohne Drogen zurechtkommt. Begleitend zum körperlichen Entzug können unterschiedliche Therapien (z.B. Akupunktur, Physiotherapie, Massagen, etc.) durchgeführt werden.

Der Entzug ist eine ärztliche Behandlung, daher wird er von einem Arzt durchgeführt. Dieser kann auch zusätzlich Medikamente beigeben, wenn es notwendig ist.

Wichtig ist es, dass der Patient beim Entzug Regeln einhält. Wird eine Entzugstherapie abgebrochen, wird dem Patienten empfohlen, sich an eine Drogenberatungsstelle zu wenden.
Phase 2: Entwöhnung
Die Entzugstherapie umfasst den körperlichen Entzug von einer Substanz und ist in wenigen Wochen abgeschlossen.

In der begleitenden oder anschließenden Entwöhnungsphase werden die psychischen Faktoren der Sucht behandelt (Die Entscheidung darüber liegt aber beim Patienten.). Die Maßnahmen, die in dieser Phase gesetzt werden, sind von Patient zu Patient unterschiedlich, im AVZ Reiter erhalten Sie Hilfestellung und die nötigen Kontakte (z.B. Psychotherapie, Arbeitsvermittlung, Wohnungsvermittlung...) und etwaige begleitende medizinische und komplementärmedizinische Hilfestellungen.

Was ist Substitution?

Die Verabreichung legaler oraler Substitutionsmittel erleichtert dem Suchtkranken den Verzicht auf illegales Heroin.

Zu Beginn erfolgt eine gründliche Anamnese in Form eines umfassenden Gesprächs. Die Dosis des Substitutionsmittels wird gemeinsam mit dem Patienten individuell festgelegt und erfolgt nach Einschätzung bzw. Aussagen des Patienten. Der Patient muss einen Behandlungsvertrag unterschreiben, der u.a. auch regelmäßige, kontrollierte ,Harn-Analysen’ vorschreibt. Nur so kann kontrolliert werden, ob der Patient weitere Drogen z.B. Kokain konsumiert. Im Laufe der Behandlung wird die Dosis des Substitutionsmittels langsam verringert. Oft wird die Dosis mehrmals verändert bis der Patient sich wohlfühlt. Suchtkranke können sich meist mit der Zeit die hohen Kosten ihrer Sucht nicht mehr leisten.

Die Reduktion bzw. der Verzicht auf intravenösen Drogenkonsum, der durch die Substitutionsbehandlung und die psychosoziale Begleitung erreicht wird, trägt bei zu:
Verminderung oder Verhinderung von Folgeerkrankungen (z.B. Hepatitis C oder HIV)
Entkriminalisierung und Verminderung der Beschaffungskriminalität
finanzielle Stabilisierung
Sicherung der Wohnversorgung
Wiedereinstieg in das Berufsleben bzw. Sicherung des Arbeitsplatzes
Erleichterung des Ausstiegs aus der Drogenszene
Verhinderung von ungewollten Überdosierungen oder Schädigungen aufgrund von Beimengungen

Gewinner Loewenherz 2008 Dr. Gusenbauer, Dr. Reiter

W. Reiter, M. Nagy, A. Gusenbauer, H. Onodi.
Gewinner des LÖWENHERZ 2008

Durch die Eingliederung in den Berufsalltag und ein geregeltes Einkommen ist der Substituierte so wieder Teil der Gesellschaft und kann sich nach und nach wieder integrieren.

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